Familie Frey-Strobel
Familie Frey-Strobel

Garmisch-Partenkrichen                          21.05. bis 28.05.2020

Donnerstag, 21.05.2020:

Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, also quasi vor Corona, würden wir heute Abend schon schön gemütlich in Lazise bei Gio sitzen und uns unsere Pizza schmecken lassen.

 

Aber dieses Jahr ist alles anders und wie es noch werden wird, weiß ja bekanntlich keiner so genau. Heute packen wir trotzdem unseren Van und machen alles reisefertig. Morgen werden wir trotzdem starten – doch wohin ist irgendwie immer noch nicht wirklich klar. Wettertechnisch sieht es am Rhein und an der Mosel toll aus, aber wollen wir wirklich jeden Tag bei knapp 30 Grad Kultur machen? Eigentlich wollten wir ja etwas wandern gehen und in die Berge fahren, das war unser ursprünglicher Plan B. Doch dort soll das Wetter eher durchwachsen werden und oben am Berg stehen und dann nichts sehen ist auch nicht unser Ding.

 

So warten wir einfach bis morgen ab und entscheiden spontan. Wir haben auf jeden Fall für jeden Fall etwas zum Anziehen dabei.

 

 

Freitag, 22.05.2020

 

Heute geht es los! Micha und ich waren heute beide noch arbeiten und die Telefone sind quasi heiß gelaufen, aber die Entscheidung steht. Wir fahren trotzdem Richtung Berge. Das Wetter sieht heute schon wieder etwas besser aus.

 

Ich gehe früher von der Arbeit weg und besorge noch unser Grillfleisch und andere Kleinigkeiten. Mache meine Runde mit Finn, das Haus schnell noch etwas sauber, damit mich nächste Woche nicht der Schlag trifft und dann kann es eigentlich auch schon losgehen.

 

Wir kommen fast pünktlich um 13 Uhr los und gehen noch schnell Lebensmittel einkaufen, bevor wir Laura abholen. Alle Tiere sind ebenfalls abreisebereit und warten brav im Van.

 

Wie sollte es auch anders sein, entwischt uns beim Abholen von Laura unsere Katze Ella, die wir erst einmal wieder einfangen mussten, aber auch das haben wir glücklicherweise schnell geschafft und wir rollen endlich Richtung München los. Dieses Mal nehmen wir die A93 und kommen gut durch. Auch in München geht es trotz Feierabendverkehr einigermaßen schnell voran und so sind wir gegen 18.30 Uhr endlich in Garmisch.

Aber bis wir dann unser Plätzchen gefunden haben, dauert dann doch noch. An der Schanze wollten wir nicht stehen, da dies als Ausgangspunkt für die Wanderung doof ist, am Pflegersee war uns zu viel los, daher wollten wir dort nicht bleiben, also sind wir, wie auch schon im Februar, in Burgrain gelandet.

 

Dieser Wanderparkplatz ist etwas abgelegen, man hat dort frisches Wasser und seine absolute Ruhe, hier lässt es sich aushalten. Auch Finn kommt hier auf seine Kosten, da eine wunderschöne Gassirunde quasi vor der Haustüre ist.

 

Schnell noch etwas gegessen, etwas gequatscht und dann sind wir auch schon in die Betten gefallen, morgen wollen wir früh raus, denn der Berg ruft….

 

Samstag, 23.05.2020

 

Wenn um 6.00 Uhr morgens der Wecker klingelt, oder anders: Wenn um 6.00 Uhr morgens die Katzen über dein Gesicht trampeln, weil Sie Hunger haben, dann weißt Du, die Nacht ist vorbei. Also Katzen füttern, alles fertigmachen und los. Wir sind dann an den Walchensee gefahren, um dort noch einen Parkplatz zu bekommen und um dann in aller Ruhe frühstücken zu können.

 

Von dort aus sind wir von der Talstation der Seilbahn auf den Herzogstand gewandert. Steil bergauf durch den Wald. Die Aussicht war teilweise echt grandios und auch die Strecke an sich sehr abwechslungsreich. Immer einen wunderschönen Blick auf den Walchensee mit seiner unglaublichen Farbe. Dann auf die Berge, weiter geht es an einem kleinen Wasserfall vorbei, bis wir wieder in den Wald abbiegen um letztlich nach etwas mehr als zwei Stunden an der Hütte des Herzogstandes ankommen. Hier ist schon relativ viel los aber wir finden trotzdem ein schönes Plätzchen für eine rustikale Brotzeit, bevor wir die letzten Meter zum Gipfelkreuz in Angriff nehmen.

 

Nachdem wir alle Bilder geknipst haben, kehren wir dem Herzogstand den Rücken zu und wandern weiter zum Heimgarten. Wir überqueren daher den Gipfelgrat zwischen Herzogstand und Heimgarten. Der Weg ist gut, ab und zu etwas felsig und kleinere Kletterpassagen, welche ab und an seilgesichert sind, auch mit Hund gut machbar. Für diese Gratüberquerung benötigen wir ca. 2 Stunden, bevor wir am Fuße des Heimgartens stehen, um die letzten Höhenmeter, die es meiner Meinung nach in sich haben, in Angriff zu nehmen. Alle paar Kurven machen Laura und ich Pause, da es echt anstrengend ist, aber auch wir kommen am Gipfel an und sind natürlich happy. Micha und Finn sind da natürlich bereits tiefenentspannt, aber kann ja nicht jeder so schnell den Berg hoch…

 

Danach geht es wieder bergab an den Walchensee zurück, wo wir bereits sehnsüchtig von unseren beiden Katzen im Van erwartet werden. Insgesamt war es eine sehr schöne, abwechslungsreiche Wanderung mit kurzen schwierigen Passagen am Grat und den letzten Metern zum Heimgarten.

 

 

Sonntag, 24.05.2020

 

Auch heute ist das Wetter wunderbar und die Berge klar zu sehen, als ich gegen 8 Uhr morgens meine Runde mit Finn mache. Derweil machen die beiden anderen das Frühstück. Wir wollen es heute ruhig angehen lassen und etwas Kultur machen.

 

Da wir schon so oft in Garmisch waren und es nie geschafft haben, auch einmal nach Ettal zu fahren, wollen wir dies heute nachholen.

 

Nach dem Frühstück ist erst einmal Duschen für alle angesagt und danach rollen wir so langsam einmal Richtung Ettal. Da gerade Mittagszeit ist, passt es auch wieder mit der Gassirunde für Finn. Wir laufen durch Ettal, was leider durch eine stark befahrene Bundesstraße geteilt ist und somit nicht unbedingt seinen Charme hat, Richtung Kloster. Dieses ist aber wunderschön. Alleine schon der Garten im Innenhof. Und da es dort auch ein schönes Kloster Café gibt, machen wir gleich mal Halt und genießen die Sonne bei Latte Macciato und Torte. Schließlich haben wir ja Urlaub. Danach schlendern wir noch etwas durch den Klostergarten, bevor wir zurück an den Van kommen, um weiter zu fahren.

 

Nächster Programmpunkt ist Schloss Linderhof. Dies ist zwar noch geschlossen, aber der Schlossgarten ist zugänglich und mehr wollen wir auch nicht sehen. Also wieder geparkt, Finn an die Leine und los geht es. Der Garten ist sehr schön angelegt, mit seinen Wasserspielen und dem Pavillon, allerdings mag man es nicht glauben, wie viele ausländische Touristen doch bereits am Start sind, das hätte ich so tatsächlich in Zeiten von Corona nicht erwartet. Irgendwie nervt das sogar, da es doch recht überlaufen ist und schnell suchen wir das Weite, als wir die obligatorischen Bilder geschossen haben.

 

Die Überlegung ist nun, wo wir schlafen wollen, da wir für morgen eine Wanderung in den Ammergauer Alpen  herausgesucht haben. Bleiben wir im Umkreis von Ettal oder fahren wir wieder zum gestrigen Schlafplatz? Da noch etwas Zeit ist, versuchen wir an zwei anderen Stellen unser Glück und sind bitter enttäuscht.

 

Enttäuscht von den Vanlifern, Campern oder wie man sie alle nennen mag. Wir fragen uns wirklich, muss man das Glück herausfordern und muss man auf Wanderparkplätzen wirklich Wagenburgen bauen, Tischtafeln in der Mitte des Parkplatzes aufstellen, Wäscheleinen spannen und Plätze belegen, damit nicht einmal Wanderer mit Ihrem PKW dort parken können? Wir finden, nein!!!! Man muss sich ja fremdschämen, wenn so auf den Parkplätzen gehaust wird. Und wir sprechen hier nicht von kleinen Bullis, sondern von großen Wohnmobilen und Expeditionsmobilien, die sich sicherlich auch Campingplätze leisten können. Dann hätte man halt reservieren müssen. Aber das Freiheitsgefühl ist ja wichtig, nur leider nicht so! Wir lieben es auch, frei zu stehen, allerdings würden wir uns nie so aufführen. Leider werden dann genau wegen solch egoistischen Menschen die Plätze zum Freistehen immer weniger.

 

Letzten Endes wurde es dann doch wieder der bisherige Schlafplatz und wir wurden nicht enttäuscht. 

 

Montag, 25.05.2020

 

Heute geht es auf die Notkarspitze in den Ammergauer Alpen. Laut Beschreibung sind es 1100 Höhenmeter, die wir zurücklegen und es soll ein schöner Aufstieg sein. Wir lassen uns überraschen. Wir wandern gegen halb 9 Uhr los und tatsächlich ist der Aufstieg sehr schön, am Anfang sehr steil durch den Wald, dann aber mit toller Aussicht zum ersten Gipfel, dem Ochsensitz. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf das Kloster Ettal von oben. Da niemand weiter da ist, machen wir auch hier unsere erste Brotzeit. Nach ca. 30 Minuten wandern wir wieder los in Richtung Notkarspitze.

 

Der Weg wird nun etwas anspruchsvoller, es kommen wieder einige Serpentinen und wir müssen auf Wurzeln und Steine achten. Als wir das Gipfelkreuz sehen, freuen wir uns, allerdings war das noch gar nicht die Notkarspitze sondern erst die Ziegelspitz. Also ein weiterer Zwischengipfel. Hier halten wir uns nicht weiter auf, denn wir wollen ankommen, da es mittlerweile sehr warm ist. 

 

Der Steig führt links am Berg entlang und dieser ist für unsere Verhältnisse schon anspruchsvoll. Wir müssen über große Wurzeln klettern, aber auch über Felsen kraxeln. Alles in allem nicht ohne und wir müssen uns sehr konzentrieren. Zum Ende des Weges, als wir bereits das Gipfelkreuz sehen, liegt auf dem Weg viel kleines Geröll und immer mal wieder rutschen einem die Füße nach hinten weg. Aber dann haben wir es geschafft und wir genießen auf der Notkarspitze auf 1887 Meter die tolle Aussicht auf die Alpen. Das entschädigt einfach für alle Strapazen.

 

Was uns dann aber am Rückweg erwarten soll, wussten wir da noch nicht!

 

Den Abstieg wollten wir über den Notkarsteig machen, um dann in der Nähe der Ettaler Mühle herauszukommen. Es geht gleich steil bergab und wir rutschen mehr oder weniger runter, da überall lose Steine sind. Finn hat hier Angst und möchte wieder den Berg hinauf, aber das geht ja leider nicht.

 

Laura und ich kommen nur langsam voran. Micha ist mit Finn bereits voraus. Der Weg ist steil und rutschig, aber man hat einen Blick auf die letzten Schneefelder der Notkarspitze, sehr schön. Irgendwann laufen wir über eine kleine Wiese und wir denken uns, ah jetzt wird der Weg bestimmt schöner, aber dem war nicht so. Wir mussten dann am Berg seitlich auf einem vielleicht 30 cm breiten Weg balancieren, was mit Hund ein Meisterstück ist, dann an den Felsen am Seil entlanghangeln und zu guter Letzt 6 Teilstücke am Seil steil runterklettern. Micha hat dies alles einhändig gemeistert, da er in der anderen Hand unseren Hund wie eine Tasche am Geschirr getragen hat. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären wir diesen Weg nicht gelaufen. Also merkt Euch, dieser Weg ist nicht unbedingt für Hunde gemacht.

 

Aber alles hat ein Ende, so auch diese Wanderung. Zurück am Van zischen wir erst einmal eine Flasche kühles Radler um dann in der Ettaler Mühle bei herrlichem Wetter ein leckeres Cordon Bleu und zum Nachtisch einen Kaiserschmarrn zu genießen.

 

Geschlafen wird wieder in Burgrain, unserem "Stammplatz".

 

Dienstag, 26.05.2020

 

Heute ist wieder Ruhetag angesagt, also alles wie gehabt, am Stellplatz (wie immer) ausgiebig gefrühstückt, geduscht um dann unsere Runde am Eibsee zu machen. Dieser See ist wirklich wunderschön, allein diese Farben. Allerdings ist er auch hoffnungslos überlaufen von Touristen, was sehr schade ist. Aber klar, jeder will ihn einmal sehen, wir schließlich auch. Unsere Bilder gemacht und ab geht es wieder zum Van. Eigentlich wollten wir noch einen Kaffee trinken gehen, aber bei den vielen Menschen macht das keinen Spaß, also wieder zurück, Einkaufen gehen und am Van gemütlich in der Sonne den Kaffee trinken.

 

Später wird noch gegrillt und der Tag ist auch schon wieder vorbei. Der morgige Tag soll auch bereits der letzte Tag in den Bergen werden. Eine letzte Wanderung wollen wir noch machen. Wir haben vor, auf den Wank zu wandern. Dafür stellen wir uns auf den Stellplatz an der Wankbahn. Da geht der Wanderweg auch direkt los.

 

 

Mittwoch, 27.05.2020

 

So es ist soweit, nach dem Frühstück geht es los auf den Wank. Der Weg ist sehr schön, mitten durch Kuhherden, Haflingerpferden, über Almwiesen und immer mit einer tollen Aussicht auf die Zugspitze, die wir genießen können. Heute ist unser Fitnesslevel schon besser und wir sind schneller den Berg oben als die Tage davor. Training zahlt sich halt doch aus. Ziel ist ein Almdudler und eine leckere Brotzeit auf der Hüttn, doch diese ist leider voll. Also dann eben doch nur Brotzeit aus dem Rucksack. Wir haben ja noch eine weitere Hütte am Weg, da können wir auch nochmals unser Glück versuchen.

 

Die Bilder am Gipfelkreuz sind ebenfalls sehr schnell gemacht, also machen wir uns wieder auf den Weg denn das Wetter soll heute umschlagen und die Wolken am Himmel geben uns Recht. Der Himmel wird dunkler und die Sonne brennt vom Himmel.

 

Auf dem Rückweg laufen wir durch ein kleines Tal am Fluss entlang und dieser lädt uns zu einer Rast ein. Wir ziehen unsere Schuhe aus und kühlen die Füße im kalten Wasser. Einfach herrlich. Finn gefällt es auch und er spielt wie ein junger Hund im Wasser. An der zweiten Hütte werden wir wieder enttäuscht, denn diese hat leider geschlossen. War wohl nix mit Almdudler und Brotzeit.....sch.... Corona!

 

So laufen wir durch die nächste Kuhweide, wo ein junger Haflinger sich Micha und Finn als Opfer auserkoren hat und er sehr aufdringlich wird. Micha konnte seinen Verfolger erst einmal gar nicht loswerden, was an sich komisch aussah, aber ggf. auch hätte gefährlich werden können, wenn Finn anders reagiert hätte. Sorry not sorry, aber ich habe mir vor Lachen fast in die Hosen gemacht.

 

Kurz vor unserem Van passiert es dann doch, das Gewitter geht los und der Regen hat uns dann doch noch erwischt, durchnässt aber zufrieden kommen wir am Van an und setzen uns erst einmal mit einem kühlen Radler unter die Markise.

 

Zur Feier des Tages lassen wir diesen beim Schützenwirt in Garmisch ausklingen. Hier bekommen wir 10% Rabatt, da wir am Stellplatz stehen. Der Gasthof ist nur 5 Minuten zu Fuß weg und wir Essen hier sehr sehr lecker. Eine klare Empfehlung für dieses Restaurant.

 

Donnerstag, 28.05.2020

 

Die Rückreise beginnt mit einem Besuch bei unseren Freunden in der Nähe von Rastatt. Da wir sonst ja immer gemeinsam am Gardasee sind, haben wir beschlossen, wir kommen auf einen Aperol vorbei.

Es wird ein langer und lustiger Abend mit gutem fränkischen Grillsortiment und Aperol.

 

Der morgige Freitag wird zum Shopping in Karlsruhe verbracht und nach einem Kaffee mit leckerem Kuchen bei unseren Freunden fahren wir gegen 18 Uhr endgültig nach Hause.

 

 

 

Fazit:

 

Man kann rund um Garmisch sehr schöne Wanderungen machen. Wir waren fitter als wir gedacht hätten und haben insgesamt um die 3500 Höhenmeter und 40 Kilometer hinter uns gebracht. Jetzt müssen wir im nächsten Urlaub das Ganze noch etwas steigern um am Ende unseres großen Urlaubes unser Ziel zu schaffen.....eine Wanderung auf die Zugspitze!

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© Michael Strobel und Christine Frey zuletzt aktualisiert am 18.10.2020