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Familie Frey-Strobel
Familie Frey-Strobel

Pfingsten 2013 - Bayerischer Wald

Schon lange vor den Ferien war uns klar, dass wir über Pfingsten ein paar Tage wandern gehen wollten. Laura wollte eh nicht mitfahren, da sie fürs Abi zu lernen hat und Lena möchte lieber nach Bobengrün zum Pfingsttreffen. Also sollte es ein Ausflug zu dritt werden. Nur leider war die Wettervorhersage nicht so toll, so dass wir uns nach Alternativen im hohen Norden umgesehen haben - die deutsche oder polnische Ostsee wäre vom Wetter her passabel. Die letzten Tage vor den Ferien hat sich aber auch dies wieder geändert und für den Bayerischen Wald war schönes Wanderwetter angekündigt. Ich habe also in der ProMobil-StellplatzApp nach einem schönen Stellplatz für uns Ausschau gehalten und einen in Bodenmais gefunden.

Am Donnerstag vor Pfingsten wurden also alle Einkäufe erledigt, das Wohnmobil eingeräumt und startklar gemacht. Wie es aber bei uns immer so ist, irgendetwas kommt immer dazwischen. Dieses Mal war es Finn, der sich auf seiner morgendlichen Gassirunde verletzt hat - er frisst und säuft nichts mehr und auch seine Begrüßung fällt lautlos aus! Also schnell noch mal zum Tierarzt und wie sich dort herausstellt, war dieser Besuch dringend notwendig. Finnische muss sich beim Spielen mit einem Stock ein Loch unter der Zunge zugezogen haben, das eine ca. 10 cm langen Riss in der Zunge zur Folge hatte. Er wurde also unter Narkose gesetzt und musste genäht werden. Dem Ausflug in die Berge sollte dies aber nicht entgegenstehen.

Am Freitag, 17.05.2013, ging es also um 14.30 Uhr Zuhause los. Ein erster Pflichtstopp war allerdings bei unserem Tierarzt, der Finni noch einmal sehen wollte, um ihm noch eine Spritze zu verpassen und die notwendigen Medikamente für die nächsten Tage zu verschreiben. Gegen 15.00 Uhr waren wir dort fertig und ab ging's auf die A93 in Richtung Weiden. Da wir dieses Mal schön gemütlich fahren wollten, haben wir bei Weiden die Autobahn verlassen und der B22 in Richtung Cham gefolgt. Dort sind wir weiter über Bad Kötzting nach Bodenmais, wo wir um 18.30 Uhr nach gemütlicher Fahrt angekommen. Der Stellplatz, der sich gleich am Ortseingang befindet, wurde schnell gefunden und ein Plätzchen für uns wurde auch schnell gefunden, viele waren nicht mehr frei! Die Stellplatzgebühr von 7 € am Tag wurde am Automaten entrichtet, ebenso die Kosten für eine Kurkarte von 2,30 €. In diesem Preis enthalten wäre täglich freier Eintritt ins örtliche Hallen- und Freibad, sowie der Besuch eines Fitnessstudios. Ver- und Entsorgung ist vorhanden, ebenso ausreichende Stromsäulen.

Wir haben uns schnell ein- und ausgerichtet, so dass wir rechtzeitig zum einsetzenden Regen fertig waren und uns dem Abendessen in Form von Kartoffeln mit Schnitzel und Spargel widmen konnten. Nachdem wir noch eine Flasche rose geleert haben und der Regen sich verzogen hatte, haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort unternommen, ehe wir müde ins Bett gefallen sind. Nachts hat es dann bis ca. 6.00 Uhr durchgeregnet, was uns aber nicht gestört hat.

Für den Samstag, 18.05.2013, haben wir uns als Einstieg eine leichte Wanderung zu den Rißlochfällen ausgesucht. Der Regen hat sich verzogen und ein bayerischer (weiß-blauer) Himmel strahlte uns entgegen. Yannick ging in den direkt angrenzenden Aldi frisches Brot holen und nach ausgiebigem Frühstück haben wir uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg gemacht. Die Beschilderung im Ort war für uns Frischlinge erst einmal etwas verwirrend, so dass wir gleich zu Beginn einen klein Umweg gelaufen sind. Aber wenig später ging es steil bergan und nach wenigen Kurven haben wir an der erstbesten Bank eine erste Rast eingelegt. Finni war die Verletzung scheinbar keine Lehre, denn er wollte sofort wieder Stöckchen spielen! Aber außer dem Tragen war noch nichts möglich. Also ging es weiter bergan, die Sonne kam immer öfter zum Vorschein und die ersten Schweißperlen liefen Christine über die Stirn. Als Flachlandtiroler ist man solche Anstiege eben nicht gewöhnt! Nach ca. 2 Stunden Aufstieg wurde das Rauschen im Wald immer lauter und unser Ziel kam in Sicht. Schon wirklich beeindruckend, welche Wassermassen sich hier ins Tal stürzen. Wir haben uns dann gleich einen schönen Platz auf Felsen gesucht und ausgiebig Brotzeit gemacht.

Nachdem wir das Ambiente vor Ort noch eine Zeit lang genossen haben, ging es wieder zurück in Richtung Bodenmais. Zunächst musste man über etliche glitschige Steinstufen und Baumwurzeln hinabsteigen, ehe man auf einen schönen Wanderweg ins Tal gehen konnte. So kamen wir gegen 14.30 Uhr wieder auf dem Stellplatz an und waren doch ganz schön geschafft. Yannick hat gleich ein X-Box angeworfen und FIFA gespielt, Christine und ich haben uns vor dem Womo einen Kaffee gemacht und in der Sonne gedöst.

Abends wurde dann der Grill angeworfen und leckere Steaks und Fackeln verzehrt. Nach etwas Abendlektüre und einer weiteren Flasche Wein ging's zeitig ins Bett, schließlich war für Sonntag die Besteigung des höchsten Berges im Bayer. Wald, dem Großen Arber mit 1.465 m, geplant.

Nach ruhiger und regenfreier Nacht begrüßt uns am Sonntag strahlend blauer Himmel, also bestes Bergwetter. Da für nachmittags Gewitter vorhergesagt waren, wollten wir zeitig los. Also frische Brötchen geholt, gefrühstückt, Brotzeit geschmiert und los ging's um 9.00 Uhr. Unsre Nachbarn auf dem Stellplatz waren alle noch nicht zu sehen.

Der Weg führte uns zunächst durch die Rißlochschlucht wieder zu den Rißlochfällen. Von dort aus ging es dann zunächst auf breitem Wanderweg immer gemächlich bergauf, ehe man die  Arberhochstraße überqueren musste. Anschließend ging es erst so richtig los - über ein trockenes Bachbett mit groben Geröll musste man etliche Höhenmeter erwandern, ehe man auf eine Hochebene, die Bodenmaiser Mulde, gelangt. Unser heutiges Tagesziel, den Gipfel des Großen Arber, bekommen wir hier das erste Mal zusehen. Da waren aber auch noch etliche Höhenmeter zu meistern. Und wer gedacht hat, dass sich der Weg nun schlängelnd den Berg hoch windet, der sah sich getäuscht, denn kerzengerade geht es hier hoch! Die letzten Höhenmeter über große Felsstufen, ehe man sein Ziel erreicht. Da es ca. 25 Grad warm war, waren wir alle ziemlich erschöpft aber froh als wir oben angekommen sind. Jetzt haben wir uns unsere Brotzeit aber auch verdient!

Nach längerer Rast genossen wir den Rundumblick vom Gipfel und machten uns wieder auf den Rückweg, denn in der Ferne konnte man die Schlechtwetterfront schon erkennen. Der Rückweg erfolgte auf gleichem Weg, nur wesentlich schneller, so dass wir gegen 16.00 Uhr wieder müde am Wohnmobil ankamen. Jetzt erst mal Beine hochlegen und ein kühles Bier genießen!

Abends gab es dann Nudeln mit Tomatensoße und Würstchen, ehe alle müde ins Bett gefallen sind. Der Regen kam übrigens auch, allerdings nicht so heftig wie angekündigt, dafür langanhaltend.

Der Pfingstmontag, 20.05.2013, begann trocken. Der Regen hat irgendwann in den Morgenstunden aufgehört und wir haben für heute eine leichte Bergtour auf den Silberberg geplant. Da hierfür nur rund drei Stunden eingeplant werden mussten, haben wir uns entsprechend Zeit gelassen. Yannick ging Brötchen holen, Christine mit Finn Gassi und ich habe das Frühstück vorbereitet.

Die Wanderung haben wir dann gegen 10.30 Uhr bei bewölktem Himmel begonnen. Der Gipfel des Silberbergs mit 955 m Höhe haben wir mittags erreicht und sind nach entsprechender Brotzeit wieder gemächlich ins Tal marschiert. Der heutige Weg war schön zu laufen, da es sich um einen Forstweg gehandelt hat. Erst die letzten Meter ging es auf typischen Wanderwegen bergauf.

Pünktlich zum Kaffee kamen wir weder am Womo an und beschlossen, abends in einer Gaststätte einzukehren, an der wir auf dem Rückweg vorbeigekommen sind. Da wir alle hungrig waren, sind wir bereits um 17.00 Uhr los und wurden nicht enttäuscht. Egal ob Wiener Schnitzel, Cordon Bleu, Wilderer Pfandl mit Pilzen oder Kaiserschmarrn, alles war sehr lecker und mit insgesamt 45 € einschl. Getränken auch nicht übermäßig teuer. Mit vollem Bauch ging es zurück zum Womo, heute wurde ein Film geguckt.

Dienstag, 21.05.2013, Pfingsten ist vorbei und der Stellplatz hat sich gestern Nachmittag um die Hälfte geleert. Auch wir wollen heute weiter und haben uns als Ziel das Frei- Tiergehege bei Neuschönau vorgenommen.

Nach ausgiebigem Frühstück, Ver- und Entsorgung ging es in Richtung Grafenau, ehe wir an unserem Ziel, einem Parkplatz bei Altschönau eine Stunde später angekommen sind. Dort waren zwei Euro Parkgebühr für den ganzen Tag zu entrichten, ehe wir in das Gehe konnten. Der Eintritt war frei und man wandert auf schönen Wegen durch den Wald an verschiedenen Gehegen vorbei. Zu sehen gibts Bären, Luchse, Wölfe, Wildschweine, Wisente, Greifvögel, Eulen und sonstiges Federvieh. Einzig den Biber und den Elch bekamen wir nicht zu Gesicht.

Nach rund drei Stunden Wanderung durch den Wald hatten wir genug und gingen zum Womo zurück. Wir beratschlagten, was wir machen wollen und kamen überein, zunächst einmal nach Grafenau zu fahren, da dort ein innenstadtnaher Stellplatz vorhanden ist. Nach zwanzig Minuten sind wir dort angekommen, aber der Stellplatz - Parkplätze auf einem großen Festplatz, auf dem eine Fahrschule Fahrübungen durchführt - war nicht wirklich unser Fall. Wir haben aber zunächst einmal geparkt, um die Touristinfo zu suchen, um dort die Stellplatzgebühr von 5 € inclusive Strom zu entrichten. Auf dem Weg dorthin sind uns aber Zweifel gekommen und wir haben uns entschieden, einen Spaziergang durch den Ort zu unternehmen, der sehr hübsch ist, die Stellplatzgebühr in Torte umzuwandeln und dann wieder weiter zufahren. Wir haben uns also super leckere Sahnetorte zum Preis von 1,60 € je Stück gekauft, sind zurück zum Womo, haben dort gemütlich Kaffee getrunken und sind dann weiter gefahren.

Da wir morgen nicht mehr so weit nach Hause fahren wollten, ging es also in Richtung Norden. Ich wollte schon immer mal nach Flossenbürg und mir die dortige Gedenkstätte ansehen, also wurde dies schnell unser heutiges Ziel, das wir auch gegen 18.30 Uhr in strömenden Regen erreichten. Direkt vor dem Gelände befindet sich ein Busparkplatz, auf dem wir uns für heute Abend niedergelassen haben. Nach dem Abendessen haben wir dann noch ein paar Runden Skippo gespielt und sind dann schlafen gegangen.

Am heutigen Mittwoch sind wir nach dem Frühstück um 9.00 Uhr als erste Besucher auf das Gelände der Gedenkstätte des ehemaligen KZs Flossenbürg. Bei derartigen Besichtigungen hat man immer ein beklemmendeses Gefühl, da man an die grauenhaften Taten der deutschen Vergangenheit erinnert wird.

Auf dem Gelände ist noch einiges sehr gut erhalten, vieles ist aber nicht mehr vorhanden und wurde in der Vergangenheit abgerissen. Etwas makaber finde ich persönlich, dass auf einem Teil des ehemaliges Konzentrationslagers heute Einfamilienhäuser stehen, in denen tatsächlich Menschen leben. Für mich ist das eigentlich unvorstellbar, aber in Flossenbürg wollte man so die Vergangenheit hinter sich bringen. Yannick ging sehr nachdenklich durch das Gelände und insbesondere die Ausstellung in einem der Gebäude, in der vieles erklärt wurde, war für ihn sehr interessant.

Nachdem es dann wieder stärker zu regnen begonnen hat, mussten wir die Außenanlagen etwas schneller besichtigen und sind gegen 11.30 Uhr wieder am Womo angekommen, um die letzten 90 km nach Hause in Angriff zu nehmen. Um 13.00 Uhr sind wir wieder wohlbehalten Zuhause angekommen und wurden von unseren Katzen auch gleich freudig begrüßt.

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© Michael Strobel und Christine Frey zuletzt aktualisiert am 23.09.2018